Ein Licht am Ende des Tunnels oder vielmehr ein Tunnelblick?

12.10.2020

Weltweit setzt man die Hoffnung auf einen möglichst bald verfügbaren Impfstoff. Risiken und Ethik werden dabei ausgeblendet.

 

Der Wettlauf um den ersten marktfähigen Impfstoff gegen SARS-Cov2 nähert sich dem Finale. Im im Jänner 2021 soll er bereits verfügbar sein und Rettung bringen. So verkündet es in Endlosschleife die Politik. 

Es ist segensreich, dass Menschen durch Impfungen vor gefährlichen Krankheiten bewahrt werden, wie etwa bei der bewährten Tetanus- oder Polio-Impfung. Doch stellt sich auch immer die Frage des Risikos. Wie schwierig die Entscheidung im Einzelfall sein kann, wissen alle Eltern, die ihre Kinder impfen lassen. Bei aller Einsicht in die Notwendigkeit etlicher Impfungen schwingt stets auch ein Bangen mit, dass alles gut geht.

Auch bei der SARS-Cov2-Impfung hoffen wir, dass alles gut ausgeht. Das Vorhaben ist enorm, Milliarden Menschen sollen geimpft werden, freiwillig oder per Zwang. Umso verwunderlicher ist es, dass in der öffentlichen Debatte kaum über Nutzen, Risiken und ethische Fragen diskutiert wird. „Impfen“ wird getrommelt, und zwar möglichst bald und flächendeckend. Es ist geradezu eine Fixierung. Dabei läuft man Gefahr, Risiken und Probleme nicht mehr wahrzunehmen. Und dabei gibt es einige Themen, die man als potentieller Impfkandidat gerne wissen und diskutieren würde.

Da sind einmal die Schnellverfahren, in dem die Zulassungen zu den neuen Impfstoffen ablaufen. Forscher betonen stets, dass normalerweise mindestens sechs bis zwölf Jahre nötig sind, bis ein Impfstoff marktreif sei. Es brauche Zeit für Tests und Abschätzung der Neben- und Folgewirkungen. Warum ist das bei Corona anders? Es heißt, man baue auf ähnliche Produkte auf. Aber ist es wirklich zu verantworten, Milliarden Menschen mit Produkten zu impfen, die bloß ein Schnellverfahren durchlaufen haben? Wer trägt da die Verantwortung? Die Politiker? Die Pharmafirmen? Und was nützt es jenen, die womöglich Langzeitschäden davontragen?

Überhaupt kein Thema ist die Abwägung von Schaden und Nutzen. Jede Impfung, und sei sie noch so bewährt, birgt ein Restrisiko, erst recht ein neues Produkt. Wir wissen, dass das neue Virus für 80 Prozent der Menschen symptomfrei verläuft, nur wenige Prozent erkranken schwer. Ist es dann gerechtfertigt, eine flächendeckende Impfung anzustreben? Warum soll man etwa bei Kindern und jungen Menschen dieses Risiko eingehen? Die Grippeimpfung wurden bisher ja auch nur für Risikogruppen empfohlen. 

Auch ethische Fragen werden nicht diskutiert. So etwa hat die EU bereits einen Vertrag mit dem Impfstoffhersteller AstraZeneca abgeschlossen, der auch zu den Kandidaten für Österreich zählt. Dessen Impfstoff basiert auf Zelllinien abgetriebener Föten. Ist das moralisch zu rechtfertigen? Die australische Bischofskonferenz hat Bedenken angemeldet, in Österreich ist keine Stellungnahme dazu bekannt. Es wird manchen Menschen egal sein, aus welchem Material das Präparat hergestellt ist, für andere bedeutet es aber ein massives ethisches Problem. Warum spielt dieses Faktum keine Rolle, ja wird nicht einmal erwähnt?

Bei etlichen Impfstoffen wird mit manipulierten Genen gearbeitet. Diese sollen in unsere Zellen eingeschleust werden und uns immunisieren. So wird es uns Laien erklärt. Aber was bedeutet das langfristig? Kann man wirklich ausschließen, dass die Genmanipulation auch andere als die gewünschten Effekte erzielt? Österreich geriert sich als Vorreiter gegen Gentechnik. Kein Schwein und kein Huhn sollen genmanipuliertes Futter bekommen. Man weiß ja nicht, was dann am Ende herauskommt. Und beim Impfstoff ist das plötzlich kein Problem? Man fragt ja nur. 

Jeder muss selbst darüber entscheiden, ob er sich impfen lassen will oder nicht. Man wird den Nutzen und das Risiko abwägen. Doch um dies wirklich beurteilen zu können, braucht man umfassende, ehrliche und genaue Informationen. Ein bloßes Dauergetrommle „Impfen, impfen“ ist nicht seriös. Es steht zu viel auf dem Spiel, nämlich unsere Gesundheit und die der nachfolgenden Generationen.