Das können wir für das Klima tun: Vernünftig heizen, weniger fliegen

20.06.2017

Die derzeit ergriffenen Maßnahmen für den Klimaschutz in Österreich sind zu punktuell, oft nicht durchdacht und inkonsequent.

Die lang andauernde Kältewelle hat es wieder besonders deutlich sichtbar gemacht: Heizen verursacht erhebliche Umweltverschmutzung. Während etwa in Einfamilienhaus-Siedlungen aus vielen Rauchfängen nur eine dünne Säule Rauch oder gar keine sichtbaren Emissionen aufsteigen, qualmt es aus einigen ganz gehörig, die dann die gesamte Umgebung einnebeln. Trockenes Holz wird da sicher nicht verbrannt, sagt die Nase, eher Braunkohle (mit verbotener Beimengung von Plastikmüll). Konsequenzen brauchen diese Hausbesitzer nicht zu fürchten, es gibt keine Emissionsgrenzen für Private.

Umso erstaunter ist man, wenn man erfährt, dass Ölheizungen generell verboten werden sollen. Nicht die alten, wohlgemerkt, sondern der Einbau von neuen, schadstoffarmen Geräten. Das Argument der Politik: Diese Art von fossilen Brennstoffen sei nicht mehr zeitgemäß. Das ist nachvollziehbar, allerdings wird es den gewünschten Effekt in sein Gegenteil verkehren. Alte Ölkessel werden nicht mehr getauscht werden, sondern so lange ihre umweltschädliche Arbeit fortsetzen, bis sie den Geist völlig aufgeben. Was für den fossilen Brennstoff Öl gilt, gilt nicht für Braunkohle, die darf nämlich munter weiter verheizt werden. Und es ist nicht logisch, dass Heizöl verdammt, Dieselöl jedoch bevorzugt besteuert wird.

In Deutschland war man ehrlicher und konsequenter, was die Reduzierung der Emissionen aus Heizungen betrifft: Dort durften ab 2015 alte Kohle- und Holzöfen nicht mehr betrieben und mussten die alten Öl- und Gasheizungen ausgetauscht werden. Dabei ging es nicht nur um CO2, sondern auch um den Feinstaub, daher mussten auch Filter eingebaut werden.

Bei uns ist von alledem keine Rede. Einzig die Gasthermen müssen nach und nach gegen moderne Brennstoffthermen ausgetauscht werden. Im Hinblick auf Feinstaub sind jedoch auch die viel gepriesenen Holzöfen ein Umweltproblem. Und Feuerholz kommt oft aus dem Ausland und hat weite Transportwege hinter sich. Was nach Öko klingt, muss nicht Öko sein. Das gilt auch für Heizkraftwerke. So dürfen – in staatlich geförderten! – „Biomasseheizwerken“ auch Giftstoffe, wie etwa alte Bahnschwellen, verbrannt werden. Mit „Bio“ hat das sicher nichts zu tun. Fasst man all diese Fakten zusammen, ist völlig unklar, warum das Emissionsproblem bei Heizungen ausgerechnet durch das Verbot neuer Ölheizungen gelöst werden soll.

Nun sind auch jene, die von sich selbst sagen, sie würden sich um einen umweltbewussten Lebensstil bemühen, nicht gefeit davor, sich auf der Seite der Klimakiller wiederzufinden. Sie leben etwa in einem Niedrigenergiehaus, essen vegetarisch, kaufen „bio“, benützen öffentliche Verkehrsmittel und fühlen sich als Verfechter des Klimaschutzes. Jedoch verreisen sie gerne und häufig mit dem Flugzeug, was all ihre Bemühungen schlagartig zunichtemacht. Laut einer Studie hinterlassen Flugreisende den mit Abstand größten „Fußabdruck“ in der Klimabilanz. Fliegen ist also eine der schlimmsten Umweltsünden. Dennoch steigt die Zahl der Flugreisen auch in Österreich rasant, Fliegen ist eben relativ billig. Der Wiener Flughafen wurde eben enorm ausgebaut und man baut noch weiter – mit Unterstützung des Staates, also der Steuerzahler.

Auch die Straßen werden immer mehr ausgebaut, damit noch mehr LKW durch unser Land fahren können. Es ist aber nicht ehrlich, wenn wir die Frächterlobby wegen der Umweltverschmutzung schelten, aber gleichzeitig selbst gerne ins Flugzeug steigen, um für zwei Wochen Urlaub ans andere Ende der Welt zu fliegen. Es ist auch nicht konsequent, wenn man Autofahrer zu Tempo 100 oder 80 verpflichtet, um die Luft zu schonen, und daneben qualmt es aus den Rauchfängen der Häuser und Fabriken.

Statt ständig mit punktuellen Vorschriften und Verboten den Bürger zu verärgern und zu verwirren, wäre es endlich an der Zeit, ein durchdachtes Programm zum Klimaschutz vorzulegen und dieses auch konsequent umzusetzen.