Die Weltenretter vom WEF und ihr neues Projekt

01.09.2021

Das World Economic Forum will in einer Übung eine Cyber-Attacke simulieren und die Welt auf derlei vorbereiten.

 

Das Vorhaben soll demnächst starten und nennt sich „Cyber Polygon 2021“. Die Übungsannahme: Eine globale Cyber-Attacke auf die Lieferkette eines Unternehmens, in Echtzeit wird dann darauf reagiert. Veranstalter ist das World Economic Forum (WEF).

Der globale Datenverkehr ist sehr hoch, durch die Pandemie wurde er noch verstärkt. Beinahe alles läuft digital: Video-Konferenzen, Bestellungen von Waren, interner Datenfluss und Datenbanken, Kommunikation, Information. Cyber-Attacken könnten sich daher verheerend auswirken und sind eine reale Gefahr. Es kommt immer wieder vor, dass etwa Firmen lahmgelegt werden oder Erpressungen durch Kriminelle nach Blockade der Rechner versucht werden. Was tun? Und wie sich darauf vorbereiten, wenn das Internet ausfällt?

Diese Art von Übung wurde schon in Vorbereitung auf eine Pandemie durchgeführt. Im Oktober 2019, ebenfalls vom WEF, auf Initiative seines Präsidenten Klaus Schwab, unter dem Projektnamen „Event 201“. Das WEF reklamiert für sich, bereits seit 15 Jahren vor den Gefahren einer Pandemie zu warnen, aber es sei zu wenig passiert. Akribisch geplant und erprobt wurde, wie man koordiniert weltweit vorgehen solle. Bis hin zur Information der Öffentlichkeit und der Medien. Alles wurde dann genau so umgesetzt. Kritiker meinen, dabei wurde Monate vor der Corona-Krise durchgespielt, wie eine globale Gesundheitskrise zur Verschmelzung globaler Konzerne mit staatlichen Strukturen genutzt werden könne. Schließlich habe Klaus Schwab in seinem Buch „The Great Reset“ ja darüber nachgedacht, wie die Pandemie für einen kompletten Neustart der Welt genutzt werden könnte.

Nun also das Internet, das ja auch „krankheitsanfällig“ und global ist. Also erscheint es nur logisch, zu üben, was passiert und wie man sich dagegen wappnen kann, wenn eine Katastrophe eintritt. Es geht nicht nur um Lieferketten, Produktion und Schutz sensibler Einrichtungen und Datentransfer. Es geht auch um Sicherheitsfragen, etwa dem Nachverfolgen der Bewegungen im Internet, der Personalisierung. So sollten alle Aktivitäten und Bewegungen, die eine Person im Internet macht, mit einer digitalen Identität versehen und somit nachvollziehbar gemacht werden. Und es gibt noch ein drittes großes Projekt, das sich die Chefs einiger der weltweit größten Konzerne vorgenommen haben: den Klimawandel.

Interessant ist, dass bei all diesen Vorhaben nicht die Regierungen der wichtigsten Industrienationen, also die G8, nicht die EU, nicht die UNO und auch nicht die NATO die Federführung innehaben. Diese Institutionen wären doch zuständig, sich über globale Probleme und unser aller Zukunft Gedanken zu machen und auf Krisen vorzubereiten, sollte man meinen. Wozu braucht es da Privatleute wie Herrn Schwab und sein „Privathobby“ WEF, mit Privatfirmen und Milliardären? Warum spielen die gewählten Mächtigen dieser Welt die Zaungäste und freuen sich, wenn sie auch dabei sein dürfen am Tisch der Wirtschaftsgiganten?

Es mag sein, dass die Ziele der Beteiligten hehr sind, altruistisch und von der bloßen Sorge um die Menschheit beseelt. Dennoch ist es sonderbar, ja durchaus beunruhigend, dass sich ihre Konzepte völlig der Legitimation und Mitbestimmung der Menschen, die davon betroffen sind, entziehen. Diese Art von Paternalismus sollte eigentlich der Vergangenheit angehören. Und es sollte legitim sein, ihre Ansätze und Konzepte zu hinterfragen und nicht einfach hinzunehmen. Denn es sollte eigentlich umgekehrt sein, dass die Politik Experten dazu einlädt, Ideen vorzutragen, selbst aber das Heft des Handelns in der Hand behält.

Auch beschleicht einen das Gefühl eines Größenwahns der Beteiligten, denn die Rettung ist keine Kleinigkeit. Bei derlei gigantischen Vorhaben darf man gespannt sein, wie die Übung am 9. Juli ausgeht und welche Schlüsse man daraus zieht. Man sollte jedenfalls genau hinsehen.