Wie die Todesfall-Statistik auf üble Weise manipuliert wird

24.02.2021

Die offizielle Zahl der Corona-Toten wird offenbar bewusst in die Höhe getrieben. Ärzte werden teilweise massiv unter Druck und Regeln außer Kraft gesetzt.

 

 

Der Vorfall ereignete sich im Herbst 2020 in einem Pflegeheim: Die Bewohner saßen im Speisesaal beim Mittagessen, als sich ein alter Herr an einem Bissen verschluckte und erstickte. Ein tragischer Zwischenfall. Zur Verblüffung der Heimleitung hielt der Beschauarzt später auf dem Totenschein als Todesursache fest: Covid-19. Der Herr war zwei Wochen zuvor bei einem Routinetest positiv getestet worden, jedoch symptomlos und bereits aus der Quarantäne entlassen. Ein anderer Fall: Eine Patientin wird mit schwerer Gehirnblutung eingeliefert und routinemäßig getestet. Der Test ist positiv, die Frau stirbt an ihrer Verletzung. Auf dem Totenschein steht: Covid-19.

Nun, so kann man einwenden, das sind Einzelfälle. Doch so ist es nicht. Anfangs wurde in Österreich zwischen „gemeldeten“ und „bestätigten“ Covid-19-Todesfällen unterschieden. Es wurden nur diejenigen als Corona-Todesfälle gezählt, die tatsächlich daran gestorben waren. Ab August 2020 wurden die Kriterien geändert. Seither wird unterschieden zwischen „an“ und „mit“ Corona gestorben.

Mitte Dezember, etwa zeitgleich mit der Ankündigung des dritten Lockdowns, schärfte man seitens des Gesundheitsministeriums noch einmal nach. Als Grund wurde eine „Datenbereinigung“ aufgrund einer „Definitionsumstellung“ angegeben. Es wurde behauptet, man halte sich an die Vorgabe der WHO und zähle daher auch jene Todesfälle, bei denen die Betreffenden bis 28 Tage zuvor positiv getestet, Covid-19 jedoch nicht die Todesursache gewesen sei. Nicht erwähnt wurde, dass die WHO einschränkt, dass Covid-19 die Grunderkrankung sein muss, es darf keine alternative Todesursache geben und keine zwischenzeitliche Genesung von Covid-19 erfolgt sein.

Dass es sich bei den unrichtigerweise zu Corona-Toten erklärten Todesfällen um keine Einzelfälle handelt, belegen auch offizielle Zahlen: Sowohl im August als Mitte Dezember wurden anlässlich der Umstellung der Zählweise jeweils Hunderte Todesfälle „nachgemeldet“, also die ursprüngliche Todesursache auf „Covid-19“ abgeändert. Und je mehr nun getestet wird, desto mehr „umdeklarierte“ Corona-Tote gibt es.

Vielen Ärzten bereitet die neue Strategie offenbar Unbehagen. Bereits im Vorfeld dieser „Umstellung“ wurde daher auf Ärzte und Leiter von Pflegeheimen Druck ausgeübt. In einer Mail vom 9. Dezember 2020 der Abteilung Sanitätswesen eines Bundeslandes hieß es: „Wir stellen eine erhebliche Differenz zwischen den informell erhobenen Todesfällen durch bzw. mit COVID-19 und den Todesfallmeldungen gemäß Epidemiegesetz fest. Es wird darauf hingewiesen, dass jede verstorbene Person, die bis zu 28 Tage zuvor positiv getestet wurde, in der Statistik als COVID-Tote/r geführt wird.“ Sodann wurden die Bezirksverwaltungsbehörden, die Krankenanstalten und die Bürgermeister „ersucht“, die Beschauärzte darauf hinzuweisen, entsprechende Angaben zu machen. Am 24. Dezember erfolgte nochmals eine gleichlautende Mail direkt an die Ärzte.

Es geht aber nicht nur um die Statistik: Normalerweise muss der Leichenbeschauarzt die Todesursache eindeutig feststellen, bevor er sie im Totenschein vermerkt. Immerhin handelt es sich beim Totenschein um ein Dokument, und eine wissentlich unrichtige Angabe hat rechtliche Konsequenzen. Ist die Todesursache unklar, muss normalerweise eine Obduktion vorgenommen werden. Nicht so bei Corona: Von zumindest einem Landes-Gesundheitsreferat erging eine Anweisung an die Amtsärzte, bei positiv Getesteten keine sanitätspolizeiliche Obduktion anzuordnen, selbst wenn die Todesursache unklar ist.

Mit derartigen unseriösen Praktiken wird die Letalitätsrate von Covid-19 zusätzlich zu den tatsächlichen Sterbefällen in die Höhe geschraubt. Damit wird nicht nur die Statistik verfälscht, sondern werden auch Angst erzeugt und politische Maßnahmen gerechtfertigt. Es bleibt die Frage: Zu welchem Zweck?