Mein Vaterland zertrümmert

Erscheinungsdatum: Frühjahr 2018
ISBN: 9783701734207
Illustrator: ---
Erscheint bei: Residenz Verlag
Preis: 24,00 Euro

1918 - Kriegsende und Neuanfang in Briefen, Tagebüchern und Erinnerungen

Inhalt: Anhand von authentischen Berichten von Zeitzeugen wird das Jahr 1918 – das Ende der Monarchie und die Ausrufung der Republik Österreich - erzählt. Zu Wort kommen sowohl Mitglieder der ehemaligen Oberschicht, vor allem aus dem Adel, als auch aus dem Bürger- und Arbeitermilieu, Frauen, Offiziere und gemeine Soldaten. Als Quellen dienen Erzählungen, Briefe, Tagebücher und Erinnerungen aus dem Jahr 1918, die meisten bisher unveröffentlicht und viele aus Privatarchiven. Die unmittelbaren Schilderungen lassen die dramatischen Ereignisse jenes Jahres aus einem jeweils sehr persönlichen Blickwinkel lebendig werden und ziehen so in ihren Bann.

Sichtbar werden auch die höchst unterschiedlichen Bewertungen jenes Umbruchs, der für die einen den Untergang ihres Vaterlandes und ihr persönlicher Zusammenbruch, für die anderen einen hoffnungsvoller Neubeginn bedeutete: Trauer um Alt-Österreich und die Monarchie, Hass gegen Adel und Habsburg, Schock wegen des verlorenen Krieges, Verbitterung und Resignation, Freude über das Kriegsende, Hoffnung auf bessere Zeiten.

Die Ambivalenzen gingen auch quer durch die sozialen Schichten. So etwa trauerten nicht alle Aristokraten wegen des Auseinanderbrechens des Weltreichs der Habsburger. Der damalige General Fürst Alois Schönburg-Hartenstein schrieb im November 1918, nach der Ausrufung der Republik Deutsch-Österreich, in sein Tagebuch: „Mir ist es offen gestanden eine Erleichterung, dass ich mit diesen Böhmaken nicht mehr in einem Staate zu leben brauche.“ Waren die kleinen Leute durchwegs froh über die neue Republik? Welche Hoffnungen und Ängste bewegten die Menschen damals? Welche Ressentiments brachen auf?

Zusätzlich zu den farbigen Schilderungen der Erlebnisse und Gefühle der Zeitzeugen damals werden Querverbindungen zum aktuellen Zeitgeschehen hergestellt: Im Zuge der Krise der Europäischen Union werden ähnliche Symptome erkennbar wie im Vielvölkerstaat der Habsburgermonarchie damals. So etwa halten sich Ressentiments und Vorbehalte gegen Bürger ehemaliger Kronländer bis heute, und umgekehrt, wie etwa im Konflikt mit Ungarn in der Flüchtlingskrise sichtbar wurde.