Starhemberg oder die Spuren der Dreißiger Jahre

Erscheinungsdatum: 2002
ISBN: 3-85002-469-5
Erscheint bei: leider vergriffen
Preis: 34,80

INHALT

Ernst Rüdiger Fürst Starhemberg, Führer der paramilitärischen Heimwehr und Vizekanzler unter Engelbert Dollfuß, war für seine Anhänger ein Hoffnungsträger: Die Heimwehrleute lehnten sowohl Marxismus als auch Nationalsozialismus ab und wollten einen "österreichischen Weg". Der begnadete Populist Starhemberg begeisterte sie mit entschlossenem Auftreten und flammenden Reden. Er war der starke Arm des Dollfuß-Regimes. Dadurch machte er sich aber sowohl bei den Sozialdemokraten als auch bei den Kommunisten verhasst. Doch selbst Bruno Kreisky änderte sein anfänglich negatives Urteil über Starhemberg...

Die erste und bisher einzige Biographie über den berühmt-berüchtigten Heiwehrführer bringt eine Vielzahl von bislang unveröffentlichten Dokumenten aus dem Privatarchiv der Familie, die auf Leben und Wirken Starhembergs ein völlig neues Licht werfen. Das Buch wurde ein Bestseller.


Mit einem Vorwort von Univ.Prof. Dr. Gottfried-Karl Kindermann.




Rezensionen

Günther Nenning, "Die Presse", 11. Dezember 2002:

"Gudula Walterskirchen, 34, "Presse"-Redakteurin und Historikerin, schrieb den Zauberspiegel: "Starhemberg oder die Spuren der dreißiger Jahre". [...] Starhemberg, "Austrofaschist", Haßobjekt der Linken, als es sie noch gab, ist eine Unperson in der österreichischen Zeitgeschichte. Erstaunlich, wie viele Unpersonen es in dieser noch gibt. Sie alle sind Zeitgeschichtlern peinlich: Austrofaschisten, Austromarxisten, Christlichsoziale, Deutschnationale. Zeitgeschichtlern fehlt jenes Quentchen Sympathie, das anzeigt: Wir stehen drüber, uns fällt kein Stein aus der Krone, wenn wir nach gerechter Verteilung von Gut und Böse, in die Waagschale des Guten noch eine kleine Zuwaage legen. [...] Starhemberg ist ja von links stets schrecklich gehaut worden. Es ist Zeit, die Ausgrenzung zu beenden. Frau Walterskirchen hat dazu keinen geringen Beitrag geleistet."

 Caspar Einem, "Die Presse" Spectrum, 3.8.2002: "Gudula Walterskirchen hat zahlreiche Quellen studiert und zitiert sie ausführlich. Es entsteht - trotz ihrer Bemühung? - ein Bild eines reichen Adeligen, der das Abenteuer liebte und suchte. [...] Der Versuch, Starhemberg als Kämpfer zur Rettung des österreichischen Vaterlandes, als großen Patrioten zu zeigen, kann nur gelingen, wenn er parteiisch unternommen wird."

Andreas Khol, ebenda: "Gudula Walterskirchen hat ein aktuelles und spannendes Buch geschrieben. Die Historikerin durchleuchtet die schillernde, oft zwielichtig erscheinende, zumindest aber widersprüchliche Person des Vizekanzlers von Engelbert Dollfuß, Ernst Rüdiger Starhemberg. Sine ira et studio stellt sie Licht und Schatten dieser Schlüsselfigur der dreißiger Jahre dar. Sie arbeitete neue Quellen auf und wirft Licht auf die Erste Republik. [...] Gudula Walterskirchen schildert diese Person und ihr Umfeld in spannender Weise, plastisch und kräftig in all der Widersprüchlichkeit dieses Mannes, von dem wir noch nicht viel wußten."

Conrad Seidl, "Der Standard ", 29.11.2002:

"Das Vokabel, das den meisten als erstes spontan zum Namen Ernst Rüdiger Starhemberg einfällt, lautet: umstritten. Gudula Walterskirchen hat diesen Satz dem vorletzten Kapitel ihres Buches vorangestellt - und im Nachwort gesteht sie, dass ihr die Person des Heimwehrführers zunächst nicht besonders sympathisch erschienen ist. Aber ganz kann sie sich der Bewunderung doch nicht entziehen."

Oliver Pink, "Kleine Zeitung" , 9.7.2002:

"Die Journalistin Gudula Walterskirchen bemüht sich um ein objektives Bild des Heimwehrführers - obwohl zwischen den Zeilen durchaus Sympathie mitschwingt. [...] Verblüffend sind die Parallelen zwischen Starhemberg und Jörg Haider."

Neue Freie Zeitung , 6.11.2002: "Studien zur Geschichte Österreichs ohne parteipolitische Schlagseite sind eine Rarität. Um eine solche handelt es sich bei dem vorliegenden Buch über Ernst Rüdiger Starhemberg: Autorin Gudula Walterskirchen gelingt, wie beabsichtigt, ein möglichst differenziertes Bild der widersprüchlichen Persönlichkeit Starhembergs und seiner Zeit zu zeichnen."