Die Gesundheit von Kindern wird gefährdet – ohne Nutzen und Effekte

04.12.2020

Die Maskenpflicht für Kinder ist ein Paradebeispiel, wie Fehlentscheidungen ohne Evidenz auf Basis bloßer Behauptungen getroffen werden.

Vielleicht haben Sie in den letzten Wochen ähnliche Beobachtungen gemacht: Im Nachbarhaus logiert eine Vermögensberatung, jeden Tag versammeln sich dort junge Herren, sitzen in einem Raum, stehen eng gedrängt am Balkon zum Rauchen – und tragen nie eine Maske. Ist offenbar uncool. Handwerker dürften es generell als standeswidrig erachten, diese zu tragen, ob auf der Baustelle oder bei Reparaturen in Privatwohnungen. 

Ob man nun an deren Nutzen glaubt oder nicht: Es ist bei diesem Verhalten Erwachsener nicht nachvollziehbar, dass man nun die Kinder in die Pflicht nehmen will. Die Schulen werden bald wieder öffnen, allerdings mit verschärften Auflagen. Geplant ist, dass Kinder ab zehn Jahren dann auch während des Unterrichts und in den Pausen eine Maske tragen müssen. Für Kinder in der Schulbetreuung ist das bereits Pflicht. Und offenbar denkt man im Bildungsministerium sogar an eine Maskenpflicht für Volksschulkinder! 

Dies alles beruht auf der Annahme, dass dadurch der Verbreitung von Covid-19 effektiv vorgebeugt werden kann. Evidenzbasiert ist dies jedoch nicht. Kinder spielen, wie auch die AGES festhält, offenbar vor der Pubertät keine wesentliche Rolle bei der Verbreitung von Covid-19. Auch deshalb haben sich Experten zuletzt gegen die Schulschließungen ausgesprochen. Fakt ist, dass Kinder fast nie erkranken, selbst wenn sie das Virus in sich tragen. Und es erhärtet sich aufgrund von Studien die Erkenntnis, dass Menschen ohne Symptome nicht oder selten ansteckend sind. 

Unser Bildungsminister weiß um diese Fakten, er ist selbst Wissenschaftler. Er war gegen die Schulschließungen, setzte sich aber in der Regierung nicht durch. Dennoch spricht er sich jetzt für eine erweiterte Maskenpflicht für Schulkinder aus. Er kann keine Evidenz vorlegen, dass dies sinnvoll und verhältnismäßig ist. Er kann auch nicht belegen, dass dies den Kindern nicht schadet und ob es überhaupt nützt. 

Was die Folgen des Tragens eines Mund-Nasen-Schutzes für Kinder anbelangt, so gibt es bisher nur eine einzige Untersuchung dazu. Diese Studie hat jedoch nur das kurzzeitige Tragen unter Laborbedingungen untersucht. Und selbst da konnten negative Effekte nachgewiesen werden, wie etwa mehr CO2 im Blut. Es wurde dabei nicht berücksichtig, dass Kinder mit Masken anders umgehen, sie nicht wechseln, wenn sie durchfeuchtet sind, überall angreifen und anders atmen. Kinder- und Lungenfachärzte warnen vor gesundheitlichen Schäden, auch durch Keime und Bakterien.

Schwangeren Frauen wird empfohlen, keine Masken zu tragen, und Handwerker müssen laut Gesetz nach zwei Stunden Tragedauer eine 20-minütige Pause einlegen. Was beim stundenlangen Tragen mit Kindern passiert, die physiologisch anders als Erwachsene funktionieren, wurde bisher ebenso wenig wissenschaftlich untersucht wie die psychische Belastung. Psychologen warnen vor psychischen Schäden für die Kinder. 

 

Die Politik betont gerne ihr evidenzbasiertes Handeln. In anderen Fällen achtet sie sehr auf Kinderrechte und das Kindeswohl: Bei Spielgeräten, beim Verbot für Werbung für ungesundes Essen vor Kindersendungen oder bei Partnerschaftskonflikten. Bei Corona ist plötzlich alles anders. Das Kindeswohl ist plötzlich egal, man prüft nicht einmal Alternativen. Statt etwa die Kinder zum Tragen einer Maske im Unterricht zu zwingen, wäre es sinnvoller, Belüftungssysteme oder mobile Raumlüfter zu installieren. Man hätte Monate Zeit gehabt, um mit der Ausstattung der Schulen zu beginnen. 

Insgesamt werden die falschen Prioritäten gesetzt und es fehlt eine Abwägung von Nutzen und Schaden. Geht es um das Kindeswohl, wird dies konsequent ignoriert und gesundheitliche und psychische Schäden bewusst in Kauf genommen – ohne nachgewiesenen Nutzen. Einfach nur nachzuahmen, was andere Länder falsch machen, kann nicht die Strategie einer verantwortungsbewussten Gesundheits- und Bildungspolitik sein!