Die frohe Botschaft, die schamhaft verschwiegen wird

22.12.2015

Kreuze werden abmontiert, christliche Feste umgedeutet. Das Christentum tritt von sich aus den Rückzug an, um nicht zu „provozieren“.

Schweden ist jenes Land in Europa, das die meisten Flüchtlinge aufnimmt, mehrheitlich sind sie Moslems. Die Stimmung im einst wohlstandsverwöhnten Land, dem Muster-Sozialstaat der Welt, kippt langsam. Doch man hält tapfer dagegen, bis zur Selbstaufgabe. Federführend dabei ist die christliche Kirche. So verkündete die evangelische Bischöfin Eva Brunne, man solle die Kreuze an der Seemannskirche in Stockholm entfernen, da sie eine „Beleidigung“ für die muslimischen Mitbürger seien.

So weit ist man hierzulande (noch) nicht, auf den ersten Blick könnte man meinen, im Gegenteil: Adventmärkte wohin man blickt, in Wien sogar in der Remise der Verkehrsbetriebe. Man könnte meinen, die Zahl der Adventmärkte steigt umgekehrt proportional zu den Mitgliedern der christlichen Kirchen. Muslime klagen vermehrt, man fühle sich durch die vielen Weihnachtsmärkte beleidigt. Nun, die immer zahlreicheren Märkte sind tatsächlich zu hinterfragen, aber „beleidigend“? Die Betroffenen wissen offenbar nicht, dass diese kaum mehr etwas mit dem eigentlichen Inhalt des Festes zu tun haben, sondern rein kommerziellen Zwecken dienen. In Deutschland geht man jedoch aus diesem Grund bereits dazu über, die Weihnachtsmärkte in „Wintermärkte“ umzubenennen.

Die Zahl jener, die mit dem christlichen Inhalt des Festes der Geburt Jesu nichts am Hut haben, steigt. Die Sehnsucht nach dem Fest bleibt jedoch erhalten. Eine deutsche Website für Familie und Erziehung etwa gibt wertvolle Tipps, wie das Hochfest der Christenheit ohne christliche Inhalte gestaltet werden kann: So kann man statt Weihnachten das vorchristliche Lichtfest feiern, also die Wintersonnenwende. Statt der Krippe stellt man einfach Tonfiguren auf, die einander umarmen. Vorgeschlagen wird die Anfertigung eines Familien-Mandalas, das mit Teelichtern verziert den Festtagstisch schmückt. Statt der Weihnachtsgeschichte empfiehlt man das Vorlesen der Geschichte „Der Igel und die rote Mütze“ von einem gewissen M.C. Butler, was immer dieses Tier mit dem Christfest zu tun haben mag.

Diese Form der Entchristlichung hat längst auf andere Bereiche übergegriffen: In den Kindergärten feiert man lieber das „Lichterfest“ am Festtag des heiligen Martin, und Halloween statt Nikolaus. Dabei stammte der heilige Nikolaus sogar aus der heutigen Türkei, was die Akzeptanz zumindest bei türkischen Migranten sicher erhöhen könnte. In vielen Volksschulen achtet man sorgfältig darauf, dass bei den Weihnachtsfeiern keine Lieder, Gedichte oder Texte mit religiösem Inhalt vorgetragen werden. Es könnte ja Nicht- oder Andersgläubige in seinen Gefühlen verletzen.

Es gibt großartige Einrichtungen, die die Botschaft des Christentums, die Barmherzigkeit, die der Papst als Motto des eben eröffneten heiligen Jahres ausgerufen hat, umsetzen. Die Caritas etwa ist eine Organisation der katholischen Kirche und hat Unglaubliches bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise geleistet, und tut dies immer noch. Sie hat für Nahrung, Unterkunft und Bekleidung gesorgt und tut dies schon seit Jahren. Aber ist überhaupt für die Empfänger erkenntlich, dass es sich um eine christliche, eine katholische Organisation handelt? Nutzt man die Gelegenheit, um die frohe Botschaft Jesu zu verkünden?

Warum verbergen Christen und christliche Organisationen ihren inneren Kern und ihre religiöse Motivation? Ist es Scham? Ist es Angst vor Anfeindungen? Ist es die Sorge, Nicht- oder Andersgläubige abzustoßen? Ist man selbst nicht mehr davon überzeugt?

Wäre es nicht ein wichtiges Signal, gerade zu Weihnachten, gerade angesichts der zu uns flüchtenden verfolgten Christen aus Syrien und dem Irak, wieder klar den besonderen Auftrag und die besondere Botschaft des Christentums herauszustellen? Es braucht nur ein wenig Mut, sich dazu zu bekennen.