'Der Franzi war ein wenig unartig' - Hofdamen der Habsburger erzählen

Erscheinungsdatum: April 2013
ISBN: 9783701733019
Erscheint bei: Residenz Verlag
Preis: 21,90

Inhalt

Vorwort
Einleitung
1. Hofdamen - intime Beobachterinnen
2. "Der Franzi war ein wenig unartig" - Über die Erziehung der kleinen Habsburger
3. "Sie sitzen da und langweilen sich" - Privater Umgang, Gewohnheiten und Familienleben
4. Der Glanz des Kaiserhofes - Bälle, Feste und Repräsentation
5. Abenteuer Reisen
6. Skandale, intime Beziehungen und Heiraten
7. Wenn das Schicksal zuschlägt - Trauer und Tod
8. Weltgeschichte bestimmt das Privatleben


Rezensionen

Ein Leser:

"Das Buch ist viel zu kurz! Ich hätte endlos weiterlesen können!"

Krone bunt, Dieter Kindermann:

Die Hofdamen des Kaiserhauses.

Aus dieser Perspektive ist das Privatleben der kaiserlichen Familie noch nie gesehen worden. Gudula Walterskirchen schrieb, was die Hofdamen hinter den Tapetentüren der Hofburg erlebt haben. Es ist ein völlig neuer Blickwinkel, aus dem das Privatleben der Habsburger, ihre Zwistigkeiten, Schicksalsschläge beobachtet wurde: aus dem der Hofdamen, die Erzherzoginnen, Kaiserinnen zu betreuen, zu begleiten hatten - mit ihnen so manche Geheimnisse teilten. [...]

 

NÖN: 

Einblicke in eine versunkene Welt
  • - Neuerscheinung | Gudula Walterskirchen hat Briefe der Wiener Hofdamen als Buch zusammengefasst.
    Von Tina Wessig

    „Nun wurde der gute Kaiser aus Seinem Kabinett gerufen. Er kniete sich an den Wagen und spielte mit dem Kleinen, dass es eine Freude war. (…) Es war ein Bild zum Malen und machte mir große Freude“, schrieb Baronin Louise von Sturmfeder an ihre Schwester über das Leben am Wiener Kaiserhof.

    Aber nicht nur die geheimen Beobachtungen der Hofdamen, auch die Erziehung der kleinen Habsburger, glanzvolle Bälle, abenteuerliche Reisen und intime Skandale hat Historikerin Gudula Walterskirchen in ihrem Buch „Der kleine Franzi war ein wenig unartig“ mit viel Liebe zum Detail zusammengetragen.

    Neben Baronin Sturmfeder geben Landgräfin Therese Fürstenberg, Marie Gräfin Festetics, Baronin Sophie Scharnhorst und andere Hofdamen in ihren Briefen und privaten Tagebucheinträgen Einblick in die Epoche von Maria Theresia bis Kaiserin Zita. Der Leser kann nun, obwohl Diskretion bei Hofe oberste Maxime war, über das Familienleben der Kaiserfamilie, über Skandale, Feste, Freud’ und Leid Näheres erfahren und wird sich nach einigen, wenigen Zeilen bereits in einer prächtigen, historischen Zeit wiederfinden.

    Bubenstreiche aus der Sicht der Hofdamen

    Zu den schönsten Stellen im Buch zählen zweifellos Louise von Sturmfeders Beschreibungen der Bubenstreiche ihres „Prinzen“, des späteren Kaisers Franz Joseph, aber auch die Berichte von Irma Sztáray und Therese Fürstenberg, Kaiserin Sisis engsten Vertrauten.

    Die Autorin hat in Familienarchiven bislang unbekannte Schätze gehoben, die tiefe, bislang unbekannte Einblicke in das Privatleben der Habsburger gewähren. Die Schilderungen der Hofdamen lassen die längst versunkene Welt bei Hofe im Nu wieder lebendig werden.

  • "Königlicher Beobachter" - Blog für königliche Bücher und Neuigkeiten:
    In "Der Franzi war ein wenig unartig": Hofdamen der Habsburger erzählen kommen Frauen vom Wiener Kaiserhof zu Wort. Der Inhalt dieses Buches sind Briefe die von Hofdamen an Verwandte und Freunde geschrieben wurden.

    Sie hießen Landgräfin Maria Theresia von Fürstenberg, Baronin Sophie Scharnhorst, Gräfin Marie Festetics, Gräfin Irma Sztáray und Gräfin Agnes Schönborn, sie erlebten Geschichte hautnah mit, wie Revolutionen, Glück, Leid, Tod und schließlich den Untergang der Doppelmonarchie Österreich-Ungarn am Ende des Ersten Weltkrieges. Neben der Hofdamen sind auch die Erinnerungen von Louise von Sturmfeder, der Aja des späteren Kaiser Franz Josephs, in diesem Buch abgedruckt.

    Die Hofdamen-Briefe reichen von der Regierungszeit Kaiser Franz I. von Österreich (er war als Franz II. bis 1806 der letzte Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation), über dessen Sohn Kaiser Ferdinand I. der nach der 1848er Revolte abdankt und die Krone seinem Neffen Kaiser Franz Joseph I. überlässt, der bis 1916 regierte. Der letzte Kaiser Österreichs Karl I. muss 1918 ins Exil in die Schweiz gehen, von wo er zwei Restaurationsversuche in Ungarn startete die scheiterten.

    Weltpolitik fand bei den Habsburgern am Esstisch statt und drang bis in ihre Schlafzimmer vor.Kapitel 8, Seite 179 dieses Buches
    In den Briefen spiegeln sich auch die persönlichen Meinungen wieder, einige der Hofdamen verehrten und vergötterten ihre Herrschaften, andere sind neutral bis kritisch und wieder andere bösartig. Kaiserin Elisabeth kommt bei den meisten nicht besonders gut weg (außer bei den Ungarischen Damen), während ihre Schwiegermutter Erzherzogin Sophie hoch angesehen ist.

    Durch das Buch erfährt man einige Neuigkeiten, wie über das Verhältnis von Kaisertochter Marie Louise, sie war mit Napoleon Bonaparte Kaiser der Franzosen verheiratet, zu ihrem Sohn Napoleon II. Franz, der nach dem Sturz seines Vaters den Titel Herzog von Reichstadt verliehen bekam. Durch die bisher unveröffentlichten Memoiren der Gräfin Schönborn wird auch ein neues Licht auf die beiden ungarischen Restaurationsversuche von Kaiser Karl I. und Kaiserin Zita geworfen. Sie widerlegt damit einige bis heute gängige Mythen über die versuchte Rückkehr auf den Königsthron.

    Das Werk beginnt mit einem Vorwort, einer Einleitung, danach folgen die insgesamt 8 Kapitel. Die Autorin Gudula Walterskirchen hat zu jedem Brief hilfreiche Erklärungen angegeben, so das man weiß wer, wo und was genau gemeint ist. In der Buchmitte gibt es auf Tafeln 15 Bilder der oben genannten Hofdamen sowie deren Umgebung zu sehen. Am Ende gibt es den Anhang mit einem Lexikon der Fachbegriffe, einer Zeittafel, einem Stammbaum des Hauses Habsburg, sowie Quellen und Literaturangaben, Anmerkungen und zum Schluss ein Personenregister.

    Meine Meinung:
    Ich fange heute mal mit der Kritik an: Das Buch ist viel zu kurz.
    Ich hätte noch endlos weiter lesen können und mich in die Zeit der
    Habsburgermonarchie zurück versetzten können.
    Das ist aber das einzige was ich zu bemängeln habe.
    Hofdamen sind ein so interessantes und häufig leider unbeachtetes Thema.
    Man muss die Autorin wirklich loben, sie ist in die Archive gegangen,
    und hat dabei echte Schätze geborgen.
    Wie beschrieben erfährt man nach so langer Zeit
    noch Neues über die Mitglieder des Kaiserhauses.
    Gut gefallen haben mir auch der schöne Bildteil und der Stammbaum.
    Bitte mehr davon!